Girokonto

Betrug am Geldautomaten: Cash-Trapping nimmt zu

Ob Sie ein kostenloses Girokonto bei einer Online-Bank haben, oder ein Girokonto bei einer Filialbank, in der Regel werden Sie sich an Geldautomaten mit Bargeld versorgen. Schon länger laufen Betrugsversuche am Bankautomaten denen beim Online-Banking den Rang ab.

Während bisher dabei das sogenannte „Skimming“, also das Ausspähen der Kartendaten und der PIN zur Erstellung von illegalen Karten-Duplikaten im Vordergrund stand, findet in der letzten Zeit eine vergleichsweise primitive Methode immer mehr Verbreitung.

Beim sogenannten „Cash-Trapping“ bringen Kriminelle am Ausgabeschacht des Automaten eine Attrappe mit einem dahinter liegenden Klebestreifen an. Der Automatenkunden glaubt bei einer Abhebung an einen Defekt des Automaten, da kein Geld ausgegeben wird. In Wirklichkeit bleibt das Geld aber an dem auf der Rückseite der Attrappe befindlichen Klebestreifen haften und wird damit auch nicht wieder eingezogen. Da diese Betrugsversuche in der Regel außerhalb der Schalteröffnungszeiten zum Zuge kommen, verlässt der verdutzte Kunde die Bank mit der Absicht sich am nächsten Tag mit dem Geldinstitut in Verbindung zu setzen. Dann kommen die Betrüger zurück und kassieren das am Klebstreifen befindliche Geld und der Betrag ist bereits vom Konto abgebucht.

Die Polizei rät im Fall, dass trotz Bestätigung der Abhebung am Bildschirm kein Geld ausgegeben wird, am Automaten zu bleiben und möglichst mit der Bank Kontakt aufzunehmen. Ein gut gemeinter Rat, allerdings dürfte das in den meisten Fällen außerhalb der Öffnungszeiten der Bank schwierig werden. Daher sollte man im Zweifelsfall über das hoffentlich mitgeführte Handy direkt die Polizei rufen.

Bisher erstatten die Banken in der Regel dem Kunden den Schaden, da in den meisten Fällen die Auswertung der Überwachungsvideos über die Manipulation und das spätere Abholen der Beute durch die vermummten Täter Klarheit bringt.

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Ein halbes Jahr P-Konto: Mängel in der Praxis

Das am 23.04.2009 vom Bundestag beschlossene “Gesetz zur Reform des Kontopfändungsschutzes“ wurde am 15.05.2009 vom Bundesrat abgesegnet, trat aber erst Mitte letzten Jahres (am 01.07.2010 ) in Kraft. Das Ergebnis ist die Einführung eines Pfändungsschutzkontos, auch P-Konto genannt. Dabei handelt es sich nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, um eine eigenständige Konto-Form, sondern um die Möglichkeit des Bankkunden ein bereits bestehendes Girokonto auf Antrag bei der Bank als Pfändungsschutzkonto mit dem Vermerk P-Konto zu führen.

In der Praxis bedeutet das, dass für das so geführte Konto ein Pfändungsschutz in Höhe des Pfändungsfreibetrages gemäß § 850c ZPO besteht. Dies sind aktuell 985,15 Euro pro Monat. Im Gegensatz zu der vorangegangenen Rechtslage spielt die Art der Einkünfte keine Rolle. Das heißt auch Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit oder auch freiwillige Zuwendungen Dritter sind in diesem Rahmen vor Pfändung geschützt. Der Pfändungsschutz kann unter bestimmten Umständen, wie z.B. Bezug von Kindergeld, Bestehen von gesetzlichen Unterhaltspflichten oder durch eine gerichtliche Entscheidung, erhöht werden. Wird der geschützte Betrag in einem Monat nicht komplett in Anspruch genommen, wird der Differenzbetrag auf den Folgemonat übertragen. Der Pfändungsschutz bezieht sich auf das Guthaben auf dem P-Konto und nicht etwa auf den eventuell von der Bank gewährten Verfügungsrahmen oder Dispositionskredit.

Jeder Bürger darf nur ein P-Konto führen, daher meldet die Bank diesen Umstand der Schufa. Der Eintrag P-Konto darf aber keinen Einfluss auf die Bonitäts-Auskünfte oder den Score-Wert des Bankkunden haben. Ob das in der Praxis allerdings wirklich so bewertet wird ist eher fraglich.

Die Praxis zeigt aber, dass viele Banken die Umwandlung eines Kontos in ein P-Konto zum Anlass nehmen, die Kontogebühren zu erhöhen, was in letzter Konsequenz dazu führen kann, dass sich genau der Kreis der betroffenen Personen das Girokonto nicht mehr leisten kann. Dieser Umstand ist noch nicht gesetzlich festgelegt, es gibt aber Stimmen aus der Politik, dass ein P-Konto eigentlich kostenlos sein sollte, die Umwandlung in ein P-Konto aber auf keinen Fall zu einer Erhöhung der Kontoführungsgebühren führen sollte.

Bislang blieb es allerdings seitens der Politik bei Lippenbekenntnissen. Aktiv ist vor kurzem die Verbraucherzentrale Sachsen mit einer Abmahnung gegen die VR Bank Mittelsachsen erfolgreich vorgegangen. Die Bank hatte für das „Pfändungsschutzkonto Privat“ ein monatliches Entgelt von 15 Euro erhoben und damit deutlich mehr als für ein normales Girokonto. „Am 27. Januar 2011 hat die Bank die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verbraucherschützer. Die Verbraucherschützer raten allen ähnlich betroffenen Bankkunden sich an die jeweiligen Verbraucherzentralen zu wenden. Die Verbraucherzentralen würden es dann nicht bei dieser einmaligen Abmahnung belassen.

Fazit: Wie so oft wurde hier ein an sich gutes Vorhaben der Politik nicht konsequent zu Ende gedacht. Das kann und darf bei der Vielzahl der gegeneinander abzuwägenden Überlegungen natürlich passieren, allerdings erwartet der Bürger, dass die verantwortlichen politischen Gremien die Auswirkungen ihrer Gesetze in der praktischen Umsetzung verfolgen, überprüfen und zeitnah nachbessern.

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Dauerthema Dispozinsen

Der sogenannte Dispokredit, also ein mit der Bank vereinbarter Überziehungsrahmen beim Girokonto, gehört zu den am meisten benutzten Kreditformen in Deutschland. Das liegt vor allem wohl daran, dass dieser Kreditrahmen einmal von der Bank eingeräumt wird und dann vom Kunden bei Bedarf ohne weiteren bürokratischen Aufwand genutzt werden kann.

Wer sein Girokonto überzieht, muss Zinsen zahlen. Das ist prinzipiell ja auch in Ordnung. Über eine angemessene Höhe dieser Zinsen lässt sich allerdings trefflich streiten. So verwundert es nicht, dass der Zinssatz von Bank zu Bank sehr stark variiert. Die Dispozinsen liegen aktuell zwischen 6 und knapp 15 Prozent. Da der europäische Leitzins zu dem sich die Kreditinstitute ihrerseits mit Fremdkapital versorgen können nach wie vor bei günstigen 1,0 Prozent liegt, können einem bei Dispozinsen von teilweise deutlich über 10 Prozent durchaus Begriffe wie Wucher oder Abzocke in den Sinn kommen.

Durch einem Test der Stiftung Warentest im Sommer letzten Jahres, in dem dieser Zustand bemängelt wurde, konnten zwar einige extreme Anbieter mit Dispozinsen in Richtung 20 Prozent eingefangen werden, allerdings beklagt die Stiftung Warentest auch nach einem erneuten aktuellen Test immer noch das hohe Niveau der Überziehungszinsen.

Wie die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Untersuchung für die Zeitschrift Finanztest erneut feststellte, verlangen die meisten deutschen Banken noch immer viel zu hohe Dispozinsen. Zwischen 6 und 15 Prozent werden für die Überziehung fällig. Wird der Disporahmen überschritten, steigen die Zinsen in der Regel noch einmal. Die Stiftung Warentest beurteilt Überziehungszinsen bis, bzw. um die 10 Prozent noch als akzeptabel, spricht aber bei Zinsen von über 13 Prozent von Wucher.

Fazit: Die Höhe der Dispozinsen ist alleine schon aufgrund der großen Bandbreite zwischen den Banken ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des geeigneten Girokontos.

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Ein kostenloses Girokonto als echte Alternative?

Als Verbraucher und Bankkunde steht man vor der Entscheidung, bei welchem Kreditinstitut man ein Girokonto eröffnen soll und für welches man sich entscheidet. Es gibt in Deutschland weit mehr als 1000 verschiedene Girokonten, wobei die Leistungen in den Grundfunktionen überall ähnlich sind. Die einzelnen Kontomodelle unterscheiden sich in der Regel nur bei den Extras und den verschiedenen Preismodellen. Ein Trend, der sich in den letzten Jahren klar abgezeichnet hat, ist ein kostenloses Girokonto. Doch sind viele Bankkunden verunsichert, ob ein solches kostenloses Girokonto eine ersthafte Alternative sein kann.

Es gibt oftmals das Vorurteil, dass ein kostenloses Girokonto erhebliche Nachteile haben muss. Warum sollte eine Bank eine Dienstleistung oder ein Produkt kostenlos anbieten? Dafür gibt es viele Gründe, doch sollte zunächst die Frage beantwortet werden, ob ein kostenloses Girokonto eine wirkliche Alternative ist. Es lässt sich ganz klar sagen, dass dem so ist. Auch ein kostenloses Girokonto bietet genau die gleichen Konditionen, wie bei allen anderen, oftmals viel zu teuren Girokonten auch. Teilweise kann ein kostenloses Girokonto sogar besser sein und damit unter dem Strich sogar deutlich mehr bieten, als viele vergleichbare Girokonten mit teils erheblichen Gebühren.

Ein empfehlenswertes Girokonto, wie beispielsweise das kostenlose Girokonto der DKB Deutsche Kreditbank hat neben den üblichen Leistungen noch eine kostenlose Kreditkarte und bietet darüber die Möglichkeit der kostenlosen Bargeldverfügung an sämtlichen Geldautomaten in ganz Deutschland. Von solchen Extras können viele Bankkunden nur träumen und zahlen meist viel zu viel Geld für Leistungen, die heutzutage nicht mehr standesgemäß sind. Ein gutes kostenloses Girokonto muss bequem erreichbar sein und sollte deshalb über Onlinebanking und Telefonbanking zu nutzen sein. Solche Extras sind bei einem kostenlosen Girokonto fast schon Standard, während man bei vielen Filialbanken, Volksbanken und Sparkassen nur gegen Aufpreis diese Services nutzen kann.

Wie bei allen Produkten ist auch ein kostenloses Girokonto nur dann sehr gut, wenn man sich vor der Eröffnung gründlich informiert hat. Bei einem kostenlosen Girokonto gibt es Unterschieden in den Leistungen und Konditionen. Man sollte außerdem aufpassen, ob das kostenlose Girokonto wirklich komplett gebührenfrei ist oder an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist, wie beispielsweise ein monatlicher Mindestgeldeingang.

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